Misa Pacha Mama (Fortsetzung)

Das Hilfsprojekt «La Cumbre»
Juan Arnez hat zwischen 1989 und 2000 den Aufbau einer Schule und eines Mütterzentrums in La Cumbre (in der Nähe seines Geburtsortes Colomi) realisiert. Finanziert wird das Projekt hauptsächlich durch Konzerte und den Verkauf von Tonträgern der Gruppe «Los Kusis».

Die Musik und das Arrangement von Hans Martin Stähli
Die Texte und die Musik zur Messe «Pacha Mama» stammen aus der Feder von Juan Arnez. Seine Lieder sind aus der musikalischen Tradition der bolivianischen Ureinwohner heraus entstanden. Die Musik ist eingängig und kraftvoll. Die sechs Teile der Messe unterscheiden sich rhythmisch deutlich voneinander. Der Berner Musikpädagoge, Organist und Dirigent Hans Martin Stähli arrangierte die traditionellen Messeteile für die Schweizer Chöre.

Der Inhalt der Messe...
Juan Arnez hat mit seiner «Misa Pacha Mama» ein Loblied auf die Mutter Erde geschrieben. Er selbst sagt darüber: «Dieses Werk ist ein Rückblick auf Legenden, Rituale, Religionen der alten Kulturen. Es sucht die Harmonie des Zusammenlebens, ganz realistisch, ohne falschen Mystizismus und mit Respekt für die Einheimischen und die modernen Völker aller fünf Kontinen-te, vereint in der Kraft der Mutter Erde.»
Die Texte von Arnez handeln von der Armut, die der (weisse) Mensch über die Anden ausgeschüttet hat: «Befreie uns Herr! Brot für die Armen, auf dass sie zu essen haben!» und «(Weisser) Mensch, für wen hältst du dich? Für den König der Welt... aber uns nimmst du das Brot... aber uns nimmst du die Koka.» Die Beschwingtheit der Musik kontrastiert teilweise stark mit der Traurigkeit der abwechselnd in Spanisch und Quechua gehaltenen Texte: «Mama, Mama, du liessest mich allein verloren im Nebel, ausgetrocknet vom vielen Weinen.» Trotzdem nimmt die Hoffnung einen siegreichen Platz in Arnez’ Werk ein: «Neuer, lebendiger Lebenssaft! Es fliesse Milch und Honig in der Welt der Anden!»

...und ihre Botschaft

«Pacha Mama» ist formell wie eine katholische Messe aufgebaut, aber einen christlichen Lobgesang mag Arnez, der musikalische Botschafter des ärmsten südamerikanischen Landes, nur bedingt anstimmen: «Ich sang mit Gott, dem grundehrlichen Bruder, der Quelle der Gerechtigkeit. Er vergass die Armen.»
Juan Arnez hat denn auch eine klare Botschaft:  Alle, auch die Ärmsten dieses Planeten, sollen teilhaben an den Gaben von Pacha Mama – der Mutter Erde. Es ist ein Plädoyer gegen die Ausbeutung. Gegen die Ausbeutung der Besitzlosen und die rücksichtlose Ausbeutung der Natur  – durch die Besitzenden.
Ob seine Botschaft bei uns ankommt? Wo stehen wir?


Andreas Aebi, im Februar 2008

 

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